Trixi

Trixi kam zusammen mit ihrer Schwester Mary im Alter von ca. 2 Jahren zu uns. Ihre Vorbesitzerin schaffte sie als „Minischweine“ an, aber wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist, blieben die Schweine nicht klein. Die Frau hatte bereits einen Eber und hatte sich eine Zucht vorgestellt, aber die Schweinedamen hatten andere Pläne, mit dem Herrn vertrugen sie sich nämlich gar nicht. Da sie so keinen Nutzen hatten und sie die Vorstellungen der Halterin nicht erfüllten, wurden sie zur Abgabe ausgeschrieben.  

Die beiden hingen sehr aneinander und so nahmen wir beide zusammen bei uns auf. Im Januar 2015 verstarb Mary leider im Alter von 16 Jahren eines natürlichen Todes. Trixi litt sehr unter dem Verlust und trauert auch heute noch um ihre Gefährtin. Sie lässt keine anderen Schweine an sich heran, toleriert deren Nähe nicht. Darum hat sie ein Gehege für sich alleine. Aber Gesellschaft hat sie trotzdem: Unsere Hühner und sie verbindet nämlich eine ganz besondere Freundschaft! Sie fressen aus denselben Näpfen, schlafen nachts zusammen in Trixis Hütte und verbringen so viel Zeit gemeinsam.

 

Facobär 

Facobär war ca. 5 Jahre alt als er zu uns kam. Auch er hat eine interessante Geschichte. Er wurde herrenlos auf dem Sünchinger Taubenmarkt gefunden. Dieser ist eine Art „Kleintierbörse“, bei der regelmäßig Tiere gehandelt und getauscht werden. Schweine werden dort allerdings nicht angeboten, bis heute weiß niemand woher Facobär kam und wie er dort hingelangt ist. Er wurde bei der Gemeinde Sünching als Fundtier gemeldet, aber sein Besitzer meldete sich nicht und auch kein anderer war bereit ihn bei sich aufzunehmen. Daraufhin wurde mit dem Gedanken gespielt ihn einschläfern zu lassen, da einfach kein Platz für ihn war. Der Bürgermeister von Sünching wollte aber so schnell nicht aufgeben und kämpfte für Facobär. Mit der Unterstützung der Gemeinde konnte erreicht werden, dass er vorrübergehend bei einem Bauer in einem kleinen Stall untergebracht werden konnte. Da dies aber auch keine endgültige Lösung war, kam er letztendlich auf unseren  Hof. Er lebt nun schon seit elf Jahren bei uns und fasziniert uns Tag für Tag mit seiner Intelligenz und seiner liebenswürdigen Art.

Sisi und Susi

Sisi und Susi kamen im November 2014 zu uns auf den Hof. Sie stammen von einem Züchter in Kelheim, welcher sie aber wohl finanziell nicht mehr unterhalten konnte. Ein anderer Mann, der Besitzer von alten Kamerun-Schafen war, wollte diese zeitgleich loswerden, da sie ihm kein Geld einbrachten. Also tauschten die beiden Männer – Schafe gegen Minischweine. Der neue Besitzer der Schweine hielt 8 – 10 Tiere in einer einzigen Pferdebox, ohne Auslauf. Sie lebten dort in wirklich schlechten Verhältnissen und bekamen zu wenig zu Fressen – als wir sie übernahmen waren sie stark abgemagert. Als er Mann die Schweine nicht mehr wollte, stellte er sie in einer Anzeige ins Internet. Dort wurden wir auf sie aufmerksam und konnten Kontakt zum Halter aufnehmen. Diese beiden konnten wir ihm abkaufen und retten – für den Rest der Bande konnten wir leider nichts mehr tun. Der Mann ließ sie schlachten. Wir päppelten die zwei erst einmal wieder auf, sie waren sehr verängstigt und scheu, es dauerte sehr lange bis sie endlich Vertrauen zu uns fassten, aber damit war zu rechnen. Sie hatten schon viele schlechte Erfahrungen mit uns Menschen gemacht. Unser Babe freute sich natürlich riesig über seine weibliche Gesellschaft und die drei sind mittlerweile unzertrennbar. Sie sind weiterhin nicht so mutig und frech wie Babe, aber im Gegensatz zu vorher sind sie doch sehr zutraulich geworden. Leckerlis nehmen sie immer gerne an!

 

Babe

Babe lebt nun seit Oktober 2014 bei uns. Eltern schenkten ihn ihrer Tochter zum 18. Geburtstag – sie meinten es wohl gut, aber das Geschenk war nicht wohl genug durchdacht. Babe war damals noch sehr jung, er wurde erst im Juli 2014 geboren. Da die Familie nicht ausreichend Platz für ein solches Tier hatte und ihn nicht versorgen konnte, musste er schon bald wieder ausziehen. Für die Tochter kam allerdings eine Schlachtung nicht in Frage – glücklicher Weise. So suchte sie für ihn einen neuen Platz, kurzzeitig kam er auf einem Hof unter. Dort konnte er aber nicht auf Dauer bleiben, da die Besitzer ihn nicht endgültig übernehmen wollten. Das Tierheim in Straubing hatte auch keinen Platz für den Kleinen – und so landete er schließlich auf unserem Hof. Er ist ein sehr goldiger und aufgeweckter Kerl – unglaublich neugierig und zutraulich, er lässt sich gerne mal von uns hinter den Ohren kraulen! Wir ließen ihn kastrieren und nun lebt er mit zwei anderen Schweinedamen zusammen. Die drei verstehen sich ausgezeichnet!

Zum Nachdenken:

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die bekannte Problematik aufmerksam machen: Tiere werden oft unbedacht und sehr jung verschenkt – vor allem zur Weihnachtszeit. Kinder freuen sich in der ersten Zeit oft riesig und das Tier macht allen Freude. Allerdings verlieren die Kinder oft relativ schnell wieder das Interesse am Tier und es wird vernachlässigt, häufig fehlt auch die Zeit, die die Betreuung des Tieres eigentlich erfordern würde. Dazu kommt, dass Tiere nicht einfach wie Gegenstände oder Spielzeug wieder umgetauscht werden können.

Die Entscheidung, ein (Haus-)tier anzuschaffen, bringt immer auch große Verantwortung mit sich – dessen muss man sich bewusst sein. Es bedeutet, dass Kompromisse eingegangen werden und gewisse Einschränkungen akzeptiert werden müssen. Im Vorfeld sollte man sich gründlich überlegen: Habe ich auch wirklich genug Zeit? Bin ich bereit auch Katzenklos und Co. zu säubern? Habe ich genug Platz und kann ich dem Tier bieten was es braucht? Wäre das Tier glücklich? All diese Fragen - und noch mehr - muss man sich stellen, bevor man ein Tier in die Familie aufnimmt. Ein Tier kann viel Freude bereiten und unser Leben bereichern – aber man muss abwägen, ob dies auf Gegenseitigkeit beruht. Lange Rede kurzer Sinn – in vielen Fällen wäre es vermutlich vernünftiger doch lieber vorerst ein Stofftier zu schenken.